EV und BBB aus der Praxis: Dokumentation und berufliche Bildung in der WfbM
EV und BBB aus der Praxis
Eingangsverfahren (EV) und Berufsbildungsbereich (BBB) begleiten Menschen auf ihrem individuellen Weg in die berufliche Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben. Für die beteiligten Fachkräfte bedeutet das: Menschen kennenlernen, Entwicklung begleiten und gemeinsam berufliche Perspektiven gestalten.
Ab dem 1. Januar 2027 kommen neue Rahmenbedingungen hinzu. Was bedeutet das für die Praxis? Welche Herausforderungen bringt die Dokumentation mit sich? Und welche Rolle kann digitale Unterstützung dabei spielen? Darüber haben wir mit Antje Bergmann, Bereichsleitung beim Frankfurter Verein – Arbeit | Bildung | Inklusion, gesprochen. Im Interview berichtet sie aus ihrem Arbeitsalltag und gibt Einblicke in die Arbeit im EV und BBB sowie in die Einführung von stepnova.
EV und BBB: Worum geht es?
Wie würden Sie jemandem, der nicht in einer WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) arbeitet, EV und BBB kurz erklären?
Im Eingangsverfahren (EV) finden wir gemeinsam heraus, welche beruflichen Fähigkeiten, Interessen und Unterstützungsbedarfe eine Person hat. Im anschließenden Berufsbildungsbereich (BBB) werden berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt, erprobt und weiterentwickelt. Ziel ist es, die Person auf eine passende berufliche Tätigkeit vorzubereiten und ihre Möglichkeiten zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stärken.
Was macht die Arbeit im EV/BBB aus Ihrer Sicht besonders?
Für mich macht die Arbeit im EV und BBB besonders, dass wir Menschen dabei begleiten, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und neue berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Dokumentation im EV und BBB
Was muss bei einer einzelnen Person über einen längeren Zeitraum nachvollziehbar bleiben?
Im Grunde die Entwicklung der beruflichen Bildung und Qualifizierung, also wie ist der Prozess im EV/BBB bisher verlaufen, welche Potentiale sind noch offen, welche Richtung kann eingeschlagen werden.
Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte
Welche Personen arbeiten bei Ihnen mit den Dokumentationen im EV/BBB?
Im Grunde alle Fachkräfte, von der Bildungsbegleitung, über die Praktikumsbegleitung bis hin zum Sozialdienst, sogar die Leitung kann und soll Einträge etc. vornehmen.
Warum ist es wichtig, dass verschiedene Mitarbeitende auf einem gemeinsamen Informationsstand arbeiten?
Weil eine gute Zusammenarbeit nur funktioniert, wenn alle die gleichen Informationen haben. So können wir uns gut abstimmen, einheitlich handeln und die Teilnehmenden bestmöglich begleiten.
Wie verändert sich die Dokumentation, wenn mehrere Fachkräfte beteiligt sind?
Sie könnte etwas ungleichmäßiger gestaltet sein, teilweise auch unterschiedlich vollständig verlaufen. Hierzu gilt es, sich regelmäßig auszutauschen.
Welche Informationen müssen für die Zusammenarbeit gut auffindbar sein?
Die Stammdaten sowie wichtige Formulare, Bescheide, Berichte, etc. sowie eine übersichtliche Darstellung der Leistungsdokumentation.
Was ändert sich ab dem 1. Januar 2027?
Was genau ändert sich nun ab dem 1.1.2027?
Ab 2027 arbeiten wir im EV und BBB nach neuen, einheitlichen Standards. Die berufliche Bildung wird noch individueller und stärker an konkreten Berufsfeldern und am allgemeinen Arbeitsmarkt ausgerichtet. Gleichzeitig werden die Abläufe und die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit stärker digitalisiert.
stepnova im EV und BBB
An welchen Stellen setzen Sie stepnova im EV/BBB konkret ein?
Bisher sind wir noch in der Einführungsphase, künftig wollen wir stepnova nutzen, um den gesamten Verlauf im EV und BBB übersichtlich abzubilden – von der Aufnahme über die individuelle Bildungsplanung und Dokumentation bis hin zur Auswertung der Entwicklung. So sollen alle beteiligten Mitarbeitenden auf einem gemeinsamen Informationsstand arbeiten können.
Welche Informationen oder Prozesse bilden Sie damit ab?
Wenn die Einführung abgeschlossen ist, wollen in erster Linie die Stammdaten aller Teilnehmenden und die Dokumentation darüber abbilden. Und natürlich die Vorgaben im Rahmen EV/BBB.
Was hat sich durch die digitale Dokumentation in Ihrem Arbeitsalltag verändert?
Ich gehe stark davon aus, dass wir uns für ein Programm entschieden haben, was die Arbeit unserer Fachkräfte enorm vereinfacht und sie im Arbeitsalltag adäquat unterstützt.
Vielen Dank für den Einblick!
Vielen Dank an Antje Bergmann für die offenen Einblicke in die Arbeit im EV und BBB und die Perspektive aus der Praxis.
Das Interview zeigt: Im EV und BBB geht es um individuelle Entwicklung – und darum, diese Entwicklung über den gesamten Prozess nachvollziehbar zu begleiten und zu dokumentieren.
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